Herkunft und Geschichte des Lhasa Apso
Tibet, das ‘Dach der Welt’, wie es gerne genannt wird, ist die Abstammung dieser bezaubernden Vierbeiner. Es liegt in einer extremen Höhe von bis zu 5000 Meter.
In einem Land, in dem eisige Winter und kurze Sommer sich ablösen, müssen sich Mensch und Tier an dieses harte Klima anpassen.
Der Lhasa Apso ist laut Erzählungen seit 800 vor Christus dort beheimatet, fast zeitgleich mit Aufkommen des Buddhismus. Allerdings gibt es keine Beweise dafür, da die ersten Aufzeichnungen erst 639 nach Christus begannen.
Er allein ist der echte tibetische Löwenhund, der als “Löwe Buddhas” in der tibetischen Kunst stilisiert wurde. Im Buddhismus spielt der mystische Löwe eine große Rolle, da er verschiedene Formen annehmen kann. Der Gott des Lernens, Buddha Manjusri, soll als einfacher Priester mit einem kleinen Hund umher gereist sein. Dieser Hund kann sich in einen Löwen verwandeln, auf dessen Rücken Buddha reiten kann. Der Schneelöwe wird als König der Tiere angesehen und ist laut Mythos dem Lhasa Apso am engsten verbunden. Brüllt der mächtige Schneelöwe, so glaubt man, dass sieben Drachen aus dem Himmel fallen.
Deshalb wird noch manchmal behauptet, dass Lhasas heilige Tiere sind.
Sie wurden zwar in den Klöstern gehalten, jedoch mehr zum Schutz der Mönche, da sie durch ihr Bellen jeden ungeladenen Gast gemeldet haben. Ebenso fanden sie sich in Häusern und Landsitzen der adeligen Familien.
In dieser Zeit wurden diese Hunde zwar gezüchtet, aber nicht verkauft. Sie wurden nur als Geschenk abgegeben. Die Tibeter selbst bezeichnen ihre geliebten Apsos als “little people”, kleine Menschen. Es wird erzählt, das sie die Seelen der Mönche tragen (Reinkarnation-Wiedergeburt), die in ihrem vorherigen Leben gesündigt hatten. Deshalb wurden die Hunde auch als heilig verehrt und als Glücksbringer angesehen.
Die bevorzugte Stellung, das enge Zusammenleben mit den tibetischen Menschen, haben sein Wesen geprägt.
Der Lhasa Apso wurde in Tibet auch ‘Apso Seng Kyi’ genannt, was ungefähr ‘langhaariger bellender Wächter’ bedeutet.
Durch die Abgeschiedenheit des Landes war der Lhasa Apso bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts in unserer westlichen Welt nicht bekannt.
Erst als der Dalai Lama ein paar kleine Hunde als Glücksbringer verschenkte, gelangten 1928 die ersten Lhasas nach Europa und Amerika. Von da aus entstand der Grundstock einer kleinen planmäßigen Zucht.
Es darf deshalb als sicher angenommen werden, daß alle heute bekannten kleinen tibetischen Rassen wie Tibet Terrier, Tibet Spaniel, Shih Tzu und Pekinese von diesen Löwenhunden abstammen.
Selbst für Fachleute war es oft schwer, die Rassen auseinanderzuhalten. Noch in den 50er Jahren wurden Shih Tzus aus England vom amerikanischen Kennel Club als Lhasa Apso in die Zuchtbücher aufgenommen.
Die Tibeter erzählen sich eine hübsche Sage über die Herkunft der Apsos.
Demzufolge lebte vor langer Zeit eine weißköpfige Tiergottheit, die gleitend fliegen konnte und ‘Sako’ hieß. Sie hatte ihr Nest im hohen Fels und aß Knochen. Jedes Jahr gebar sie ein Junges mit Flügel und ein Junges ohne Flügel. Das Junge ohne Flügel war ein kleiner Apso und wurde von der Mutter im Nest gefüttert. Das Andere mit Flügel konnte sich selbst Nahrung suchen. Nach dem aber die ersten Apsos aus dem Nest fielen, nahm die Mutter eines Tages ein kräftiges Apso-Junges auf den Rücken und flog mit ihm hinunter ins Tal.
So kamen die Apsos nach Tibet und viele Leute sahen die kleinen Apsos von der Art, die die Tiergöttin ‘Sako’ zur Erde gebracht hatte…